Einzel- & Gruppensozialtraining

Für Menschen mit im Autismusspektrum erscheint ein Sozialtraining als besonders wertvoll, da auf Grund der Diagnose Besonderheiten im Sozialverhalten vorliegen. Menschen mit Autismus haben häufig Schwierigkeiten einzuschätzen, welches Verhalten situativ angemessen ist bzw. was ihr eigenes Verhalten bei anderen bewirkt. Viele müssen soziales Verhalten wie eine Fremdsprache erlernen.

Ziele des Sozialtrainings
Ziel des Sozialtrainings ist der Ausbau von persönlichen Kompetenzen sowie Fähigkeiten der Interaktion und Kommunikation. Daher wird beispielsweise an Fertigkeiten wie Hilfsbereitschaft oder Kooperations- und Einfühlungsvermögen gearbeitet. Diese bilden die Voraussetzung für Akzeptanz, Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein sowie weitere kommunikative Kompetenzen. Das Sozialtraining knüpft an die Ressourcen der TeilnehmerInnen an und wird entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse individuell gestaltet.

Das Erlernen der Sozialen Kompetenz hat das Trainieren von kognitiven Fähigkeiten (differenzierte Wahrnehmung, Fähigkeit zum Perspektivenwechsel, Antizipieren von Konsequenzen) und sozialen Fähigkeiten (Selbstbehauptung, Äußerung von Gefühlen, kommunikative Fähigkeiten) zur Grundlage. Anhand dessen werden kleinschrittige Ziele zu den folgenden Kernbereichen erarbeitet:

  • Verständnis für soziale Signale und soziale Situationen
  • Sozialverhalten und Emotionalität (z.B. kommunikative Fähigkeiten, Strategien für den Umgang mit Konflikten, die Wahrnehmung und Kommunikation eigener Gefühle und Bedürfnisse)
  • Körpersprache (Gestik, Mimik und andere nonverbale Signale)

 

Gruppensozialtraining:

Nach Alter, Interessen oder anderen Gemeinsamkeiten werden bei Bedarf und entsprechender Beauftragung Sozialtrainingsgruppen zusammengestellt. Jede Gruppe setzt sich zusammen aus drei oder mehr Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen im Autismusspektrum und einer/einem oder zwei Mitarbeiter*innen der Autismusambulanz. Die Gruppen treffen sich regelmäßig (wöchentlich, 14tägig oder einmal im Monat). Manche Gruppen haben einen festen inhaltlichen Schwerpunkt (Kunst, Aikido, o.ä.), andere suchen Themen und Materialien mit den Klient*innen und nutzen diverse Methoden im Verlauf. Das Gruppensozialtraining ist in der Autismusambulanz eine Sonderleistung und wird nur in Verbindung mit einer Grundleistung angeboten (Einzelsozialtraining, Coaching, Schulbegleitung, o.ä.). Eine Gruppe soll möglichst über einen längeren Zeitraum stabil sein in ihrer Zusammensetzung. Dennoch kommen mitunter neue Klient*innen hinzu, andere steigen aus oder Mitarbeiter*innenwechsel erfolgen, d.h. in der Regel haben die Gruppen keine begrenzte Laufzeit mit festem Beginn und Ende für alle.